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Knorpel Piercing

Helix / Conch / Industrial / Daith / Tragus / Rook / Snug /

Platzierung:

Der Ohrknorpel kann an so gut wie jeder Stelle gepierct werden.

Abheilzeit:

ca. 3- 6 Monate

Schmuck :

Titanring/ Titanstab gerade & gebogen/ Labret Stud

Drahtstärke:

1,2/ 1,6/ 2/ 2,5 mm

 

Beschreibung:

Das Helix-Piercing kann überall im knorpeligen Bereich an der Ohrkante angebracht werden. Ausgehend von der Stelle direkt oberhalb des Ohrläppchens bis oberhalb um die Ohrmuschel-Rundung herum. Befindet sich das Piercing nah am Ansatzpunkt der Ohrkante, so spricht man von einem Anti- oder Forward-Helix. Werden zwei sich gegenüberliegende Helix-Piercings (häufig Forward-Helix und Helix kombiniert) mit einem Barbell (Stab) verbunden, so spricht man von einem Industrial- oder auch Scaffold-Piercing. Die Durchführung kann unter Umständen schmerzhafter sein, als an knorpelfreien Körperstellen. Der Knorpel wird nicht durchblutet, weshalb der Heilungsprozess wesentlich mehr Zeit beanspruchen kann, als zum Beispiel bei einem Piercing des Ohrläppchens. Eine Alternative zum Stechen mit einer medizinischen Hohlnadel ist das Punchen. Dabei wird etwas Knorpelgewebe entfernt, wodurch Druckschmerzen vermindert werden oder ganz ausbleiben und die Zeit der Heilung verkürzt wird. Der Heilungsprozess beträgt beim gestochenen Helix-Piercing in der Regel etwa drei bis sechs Wochen. Wird das Piercing gepuncht, verkürzt sich diese Zeit auf zwei bis vier Wochen. Der Inner Conch (inneres Conch-Piercing) sitzt in der Mulde in der Mitte der Ohrmuschel. Der Outer Conch (äußeres Conch-Piercing), bezeichnet, sitzt oberhalb dieser Mulde und könnte als tiefer gesetztes Helix-Piercing beschrieben werden. Ein Orbital-Conch-Piercing besteht aus zwei nebeneinander gesetzten Stichkanälen, durch die ein Ring gezogen wird, sodass dieser zur Hälfte vor und zur Hälfte hinter der Ohrmuschel sichtbar ist. Innere und äußere Conch-Piercings können mit größerem Durchmesser getragen werden. Üblicherweise wird dabei ein Fleischtunnel eingesetzt. Da das Dehnen von Knorpelgewebe jedoch sehr schmerzhaft sein kann und besonderer Geduld und Pflege bedarf, wird der gewünschte Durchmesser des Stichkanals üblicherweise mit der Dermal-Punch-Methode herausgestanzt.

Ein Tragus-Piercing wird durch den als Tragus bezeichneten, kleinen und dickeren Knorpelteil am Eingang des Gehörkanals in der Ohrmuschel gestochen. In den meisten Fällen kommt es zu leichten Blutungen, da der Tragus (anders als oft gedacht) gut durchblutet ist. Das Knorpelgewebe an dieser Stelle ist dünner als beim Conch-Piercing, wird jedoch auf Grund der sehr kleinen und engen Stelle beim Stechen und besonders beim Einsatz des Piercingschmucks stärker belastet. Das Weiten des Stichkanals ist möglich, jedoch sehr unüblich. Der Heilungsprozess eines Tragus-Piercings kann bis zur vollständigen Heilung zwischen zwei Monaten und über einem Jahr betragen. Von aggressiven Desinfektionsmitteln wie Alkohol wird in der Regel abgeraten. Infektionen des Ohrknorpels (Perichondritis) treten im Bereich des Tragus häufiger als bei einem Piercing des Ohrläppchens auf. Die Behauptung, dass es beim Piercing des Tragus zu einer Schädigung des Nervus facialis mit einer irreversiblen Gesichtslähmung kommen könnte, entbehrt jedoch jeglicher anatomischer Grundlage.

Ein Rook sitzt senkrecht in der Antihelix, dem Knorpelsteg, der das Cavum conchae rückenwärts umrandet. Damit die umliegenden Knorpelbereiche der Ohrmuschel nicht verletzt werden, wird zum Stechen häufig eine gebogene Nadel oder ein Receiving Tube verwendet. Als Schmuck ist eine spezielle Form des Barbell, der sogenannte Micro Curved Barbell am besten geeignet, da das sehr kleine Schmuckstück durch seine gebogene Form in der Regel weniger Druck auf das Knorpelgewebe ausübt als ein gerader Barbell. Die Heilungszeit dieses Piercing dauert mit durchschnittlich etwa drei bis vier Monaten etwas länger als bei anderen Knorpelpiercings.

 

Grundsätzliches:

  • In den ersten zwei Tagen nach dem Piercen auf alles verzichten was blutverdünnend ist: wie Alkohol, Drogen und Medikamente (Aspirin).
  • Kein Sonnenbaden/ Sauna/ Solarium für die nächsten drei Wochen. Für sogar sechs Wochen auf See- / Salz- und Badewasser verzichten.
  • Bei der Körperpflege sollte das Shampoo und Duschgel Ph- Neutral sein und nicht in die ,,Wunde“ gelangen. Du solltest anschließend den Bereich mit klarem Wasser nachspülen und die Pflege mit Octenisept vornehmen.
  • Wichtig ist, dass beim schminken und stylen nichts von den verwendeten Utensilien (Haarspray, Make- Up und Färbemittel) in und an den Stichkanal gelangt. Es muss auch besonders darauf geachtet werden, dass man beim an- und ausziehen von Kleidung und Helmen nicht hängen bleibt. Beim telefonieren benutze bitte das jeweils andere Ohr (Wärme+ Feuchtigkeit).
  • Da es in den ersten Nächten zu Nachblutungen kommen kann, lege dir zum Schutz ein Handtuch aufs Kopfkissen.

 

Risiken:

  • Der Knorpel ist ein sehr dickes Gewebe und braucht seine Zeit um zu verheilen.
  • Oft bildet sich hypertrophes Gewebe oder Keloid
  • Es steht immer im Raum ob Akkupunkturpunkte getroffen werden können, JA, aber sie sollen sich an anderer Stelle wieder neu bilden.

Der Heilungsverlauf ist bei jedem individuell, daher bitte zum ersten Schmuckwechsel nach 3 – 4 Wochen erscheinen.