BRANDING

NARBEN DURCH HITZE

BRENN ES IN DIE HAUT

Heutzutage definiert man unter dem Begriff Branding mehrere Bereiche, aber anfänglich stammt die Definition “Branding“ aus der Pferde- respektive Viehzucht.
Früher wurden Pferde nach Rasse oder Eigentümer gebrandmarkt, weitaus weniger verbreitet waren auch Brandzeichen bei Viehzuchten zu finden. Brandzeichen bei Tieren vernarbten, wodurch das Fell an dieser Stelle wiederum nicht mehr nachwuchs. Deshalb bleiben Brandzeichen auf Dauer sichtbar.

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TECHNIK

Beim Branding als Form von Körperkunst unterscheidet man zwischen zwei Varianten. Die weitaus am meistverbreitete Variante ist der Heißbrand, bei der ein Eisen erhitzt und auf die Haut gedrückt wird. Weniger bekannt ist der Kaltbrand. Dabei wird ebenfalls ein Eisen in flüssigem Stickstoff auf minus 80 °C heruntergekühlt und auf die Haut gedrückt.

Beim gängigen Branding für Menschen wird das gewünschte Motiv meistens in mehreren kleineren Eisenteilen nachgeformt. Die entsprechende Form wird über einer Gasflamme auf ca. 900 °C erhitzt. In der Regel wird nur Gas als Brennstoff verwendet, da die Flamme nahezu frei von Ruß und sonstigen Rückständen ist. Im Anschluss wird die Form für wenige Augenblicke auf die Haut gepresst. Die genaue Dauer wird vom Profi individuell festgelegt und kann nicht angegeben werden. Der Schmerz wird als kurz und auszuhalten beschrieben, jedoch werden durch den Brennvorgang Endorphine ausgeschüttet, die wiederum Euphorie auslösen können.

Am gängigsten sind sogenannte “Cautery Pens“. Das sind batteriebetriebene Brenneisen, die wie Kugelschreiber aussehen und genauso eingesetzt werden. Der vordere Teil wird heiß und eignet sich mehr oder weniger, um Muster auf der Haut einzubrennen. Dadurch ist der Fantasie, was Motive angeht, keine Grenze gesetzt.

Wer ein Branding machen möchte, muss folgende Punkte berücksichtigen:

Ein Branding ist nur auf Zeit und verblasst in der Regel nach rund 7 Jahren.
Es gibt keine Möglichkeit vorherzusehen, wie das abgeheilte Branding definitiv ausschauen wird, da die Wundheilung und Narbenbildung individuell ist.

Es ist empfehlenswert nur einen Profi aufzusuchen und keine Selbstversuche am eigenen oder fremden Körper durchzuführen.

WUNDHEILUNG

Die Wundheilung beträgt zwischen 14 und 21 Tage, während denen das Branding mit Wundsalbe behandelt werden sollte. Der Schorf sollte nicht abgekratzt werden, da die Brandlinien sonst verlaufen und somit verwaschen ausschauen können. Bei einem professionell ausgeführten Branding sowie bei normaler Körperhygiene sollte es während der Abheilzeit zu keinen Komplikationen kommen, ausgenommen ist die Narbenbildung, die von den Keloiden abhängig ist.

Bei Menschen mit heller Haut bleibt das Branding als weiße, kaum erhabene Narbe für ca. 5 bis 7 Jahre auf der Haut. Je nach Tiefe und Zeitdauer des Brennens sowie Breite der Eisenformen kann die Narbe auch leicht rötlich bleiben. Bei dunkler Haut bleibt meistens eine helle, leicht bis mittel erhabene Narbe zurück. Für die Bildung der Narben sind die sogenannten Keloide verantwortlich. In der Regel geht man davon aus, dass je dunkler der Hauttyp ist, desto mehr Keloide vorhanden sind.

Nicht jede Körperstelle ist für ein Branding geeignet. Es ist wichtig, dass Stellen unter denen Sehnen, Gefäße oder Gelenke verlaufen nicht gebrandet werden sollten. Gebrandet werden können Körperstellen unter denen sich Muskel- und Bindegewebe befinden, zum Beispiel Oberschenkel, Po und Oberarme.